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Unser Glaubensbekenntnis



Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.


Amen


*************************************************

Zum  „Jahr des Glaubens"  bringen wir nach und nach in den nächsten Monaten einige Beiträge (alle Texte: Uwe Rieske) zum Glaubensbekenntnis, die sicherlich zum Weiterdenken und zur Diskussion anregen.
Einige Texte des Autors sind mit Anmerkungen versehen von Bernd Napolowski. 

(1) Ich glaube

Das Glaubensbekenntnis ist ein verbindendes Element der Christen unterschiedlicher Konfessionen. In der Regel beten wir es gemeinsam im Gottesdienst. Doch trotz dieses Gemeinschaftsaspektes beginnt jedes Glaubensbekenntnis mit: „Ich glaube." Nicht „wir", nicht „die Gemeinde", nicht einmal „die Kirche", sondern „Ich".

Wenn ich das Credo spreche, kann ich mich nicht hinter einer Gemeinschaft verstecken, sondern muss Zeugnis ablegen über mein persönliches Bekenntnis. Diese Individualität ist ein Segen. Denn ich werde als einmaliger Mensch wahr- und ernst genommen - in der Gemeinschaft der Menschen und in der Gemeinschaft mit und von Gott. Ich bin ihm wichtig! Und mein Bekenntnis ist ihm wichtig.

Deshalb ist „glauben" mehr als „meinen" oder „vermuten" oder „einer Ansicht sein". Meinungen, Vermutungen, Ansichten kann ich ändern und ändere ich auch, doch der Glaube ist etwas Existenzielles, das mich als ganzen Menschen angeht.

Paul Tillich sprach von der Religion als das, was uns unbedingt angeht. Gleiches lässt sich auch vom Glauben sagen. Das zeigt sich schon in der Herleitung des Wortes. Das lateinische Wort „Credo" kommt von „cor dare" = „das Herz geben/schenken"; das deutsche Wort „Glaube" stammt vom indo-germanischen „leubh" = „lieb haben, begehren". Der Glaube ist also eng mit der Liebe verbunden. Das hebräische „aman" legt den Schwerpunkt auf einen anderen Aspekt: sich an etwas fest machen.

Der Apostel Paulus fasst diese Aspekte im Hebräerbrief zusammen (11,1): „Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht." Zweifel sind dabei nicht ausgeschlossen, doch können wir dann vertrauensvoll mit dem Hauptmann von Kafarnaum beten: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben."                                                                 

(2) Gott der Vater  
      

Oh, mein Papa ..." - mit wie viel Wärme und Verehrung in der Stimme besang Lys Assia 1950 ihren Vater als wunderbaren Künstler und Clown. Einen Vater zu haben, an dem man sich dankbar orientiert, ist ein
Geschenk. Väter sind unersetzbar, auch dann, wenn sie nicht so hell wie im alten Schlager als Vorbild glänzen. Eine gelingende Vaterbeziehung stärkt für das Leben. Christen reden Gott als Vater an - und unterscheiden sich damit von Israel.

Das Volk Israel nennt Gott kaum einmal „Vater", erst Jesus hat Gott als Vater angeredet, im Vaterunser, aber mit der besonders vertraulichen Formulierung „Abba Vater" (Markus 14, 36), die dem Vater in der Familie giltund Lys Assias zärtlicher Anrede „mein Papa" durchaus nahe kommt. Von hier aus wird die Bezeichnung Gottes als „Vater" geläufig, sodass Paulus sie in seinen Briefen ganz selbstverständlich verwendet: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!" (1. Korinther 1,3) - Auch ist nur konsequent, dass, wo Jesus als der Sohn Gottes bekannt wird, dieser als sein Vater angesprochen wird. So wird im Zweiten Testament die Umschreibung Gottes als „Vater" üblich
und findet ihren Weg ins Glaubensbekenntnis.

Gegen die Anweisung in Exodus 20,4 („Du sollst dir kein Bildnis machen") ist Gott fortan mannigfach als Vater dargestellt worden und zuweilen wurde er allzu nahtlos mit diesem Bild identifiziert - Gott ist, wie die Bibel bezeugt, seinen Kindern ebenso Mutter wie Vater. Immerhin lassen sich aus Gottes Beziehung zu seinem Volk Züge eines positiven Vaterbildes gewinnen: Dieser Vater bleibt seinen Kindern untrennbar
solidarisch verbunden, lässt sich ansprechen, ist nahe auch dann, wenn er zürnt. Er wendet seine ganze beschützende Macht auf und gibt seinem Volk, dem er verlässlich in Liebe zugewandt bleibt, orientierende Klarheit; er verleiht Stärke und Festigkeit. Er ist gerade dann mächtig auf dem Plan, als Jesus sich in seiner Sterbestunde bitter beklagt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Dieser Gott bleibt Christus zur Seite und allen seinen Kindern treu.

Möge Gott, dass wir menschliche Väter uns an ihm ein Beispiel nehmen.              

(3) Der Allmächtige (den Allmächtigen)


Er sagt sich so leicht, dieser Satz: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde ..." - doch nicht nur Menschen nach harten Schicksalsschlägen fragen sich, wie sie ihre Erfahrung zusammenbringen mit dem Bekenntnis zum allmächtigen und zugleich gütigen Gott. Manchen von ihnen fällt es schwer, dieses Glaubensbekenntnis mitzusprechen.

In welchem Sinne ist Gott „allmächtig"? Für den jüdischen Philosophen Hans Jonas hat Gott mit der Erschaffung der Welt und des Menschen bewusst auf einen Teil seiner Allmacht verzichtet - er überließ die
Schöpfung der Evolution, die unerschöpfliche Vielfalt hervorbrachte. Dem Menschen gab er Freiheit, auf dass er sie verantwortlich nutze. Gott verfüge zwar, so Jonas, weiterhin über die allein ihm eigene Allmacht, aber er habe sich entschieden, sie nicht gegen die Naturgesetze und gegen des Menschen
Freiheit zu brauchen.

Das ist ein schöner und interessanter Gedanke - aber tröstet er angesichts des Leides, das etwa aus dem Tod eines Kindes erwächst? Das Christentum erläutert den Gedanken der Allmacht auf andere Weise:
Es bekennt sich zu einem Gott, der selbst als schutzloses Kind in einer Krippe geboren wird und den Menschen in Liebe und Achtsamkeit begegnet. Am Ende stirbt er gottverlassen am Kreuz. Das ist Gottes Antwort auf menschliche Fantasien von unantastbarer, von Leid und allen Einschränkungen unberührter Allmacht.

Gott ist jene Liebe, die am Lebensweg Jesu erkennbar wird - ganz besonders an dessen Ende. Dort, wo sinnlos gestorben wird, dort ist Gottes Liebe am stärksten. Liebe wird durch den Tod zwar in Schmerz verwandelt, aber nicht beendet. So entsteht eine andere Allmacht: Die Liebe ist nicht zu Ende, wo alles verloren scheint. Sie geht selbst hinein in die Verzweiflung und weist am Ende des Weges einen Anfang. Eberhard Jüngel hat dies so formuliert: „Gottes Allmacht ist als die Macht seiner Liebe zu verstehen. Nur die Liebe ist allmächtig." Eine solche Allmacht schließt Ohnmacht nicht aus. Sie hilft aber dabei, sie etwas besser zu ertragen.      



Anmerkung zu 3:

Impuls zum inneren Leben

Anders als der katholische Weltkatechismus (Gott kann zu jeder Zeit tun, was er will, denn für ihn ist
nichts unmöglich.) deutet der Text die Allmacht Gottes. Nicht desto weniger bietet er eine Reihe geistlicher Impulse zu persönlicher Gewissenserforschung:

  1. In seinem Entwurf des göttlichen Allmachtverzichts ging es dem Philosophen Hans Jonas um die Verstehbarkeit Gottes. Welche Anstrengungen unternehme  ich, um Gott und sein Wort besser zu verstehen?
  2. Kann ich mir vorstellen, das im Erleiden von Schmerz und Todesnähe der Gedanke an Jesu ärmliche Geburt und Kreuz tröstet?
  3. Wo und wann habe ich schon die göttliche Allmacht der Liebe erfahren?                                                           

Bernd Napolowski




                                      

(4) Der Schöpfer des Himmels und der Erde

Man muss sich schon entscheiden, wie man unsere Erde sehen will:

Als ein Produkt des Urknalls und des seltsamen Zufalls, dass sich auf einem Planeten ein lebensfreundliches Klima entwickelte - oder als Gottes gute Schöpfung, die Er nach seinem Ratschluss und Willen geschaffen hat und uns mitten darin.

Die Alternative lautet dabei nicht „Evolutionstheorie oder Schöpfungsglaube". Die Frage ist vielmehr, ob sich in der Fülle und Vielfalt des Lebens eine gute, göttliche Absicht zu erkennen gibt, die das Leben will und ihm Raum und Zeit öffnet. Die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam sind sich jedenfalls einig, dass unser Lebensraum kein Zufallsprodukt ist, sondern auf Gottes Ratschluss hin entstand.

Die Formulierung im Glaubensbekenntnis aber macht bereits deutlich, dass sich das Weltbild geändert hat: Während man sich in den Anfängen des Christentums vorstellte, der sphärische Himmel überwölbe
die feste Erde, weiß man heute um unermessliche Weiten des Weltraums, in denen unser Planet sich dreht und Lebensraum anbietet. Auch wenn sich unser Wissen erweitert und differenziert: Der Glaube, dass Gottes liebender Wille das Leben will, kann durch Erkenntnisse der Naturwissenschaft und Physik nicht angetastet werden.

Solcher Glaube an Gott den Schöpfer rückt Mensch und Welt in ein anderes Licht. Die Menschen sind nicht Gottes einzige Geschöpfe, sondern mitten hinein gestellt in eine lebendige Lebensfülle, die sie pflegen und erhalten sollen, weil sie wunderbar und einzigartig ist und alternativloser Lebensraum für alle Geschöpfe Gottes. Gott als den Schöpfer loben heißt demütig und bescheiden einräumen, dass es ihm nicht nur um des Menschen Leben zu tun ist, sondern um ein befreites Leben, das der ganzen Schöpfung verheißen ist.

(5) Jesus Christus

Israel hat ihn Jahrhunderte lang erwartet, den Messias, auf Griechisch den „Christus" - als Nachkomme Davids sollte er geboren werden und „als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtig-keit sorgen im Land" (Jeremia 23,5). Eine Befreiung aus Israels Unterdrückung und eine endlose Friedenszeit erhoffte man sich von ihm. Eine verständliche Hoffnung in diesem kleinen Volk Israel, das so oft in seiner Geschichte von fremden Mächten unterdrückt wurde: „Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten" - so heißt es beim Propheten Jesaja (9,6) über den „Friedefürst" in jener Passage, die übrigens an Heiligabend Lesungstext ist. Für die Christen ist Jesus von Nazaret dieser Messias, obgleich er die in Israels Heilsgestalt gesetzten Hoffnungen nach äußeren Maßstäben nicht erfüllt hat. Weder hat er die Römer aus Israel vertrieben noch die Unterdrückung beendet. Ein gekreuzigter Messias ist für die Juden undenkbar: Eine blasphemische Vorstellung. Israel
wartet weiter. Für das Christentum folgt der Weg des Jesus von Nazaret einer anderen göttlichen Logik: „Musste nicht Christus dies erleiden?", heißt es in der österlichen Emmausgeschichte (Lukas 24,26). In der Begegnung mit dem Auferstandenen werden zwei Jüngern die Augen geöffnet und sie selbst öffnen
sich für eine neue Erkenntnis: Der Tod des Jesus von Nazaret entspricht konsequent seinem Lebensweg, seiner Botschaft, den Worten der Propheten und zudem: Er lebt! Auch andernorts werden Zeugnisse von Begegnungen mit dem Auferstandenen zur Geburtsstunde der neuen Religion. Es entsteht ein Bekenntnis:
Jesus ist der Christus. Das Kreuz war nicht das Ende. Der Weg des Zimmermannssohnes aus Nazareth, der Friedfertigkeit und Liebe predigte gerade für die Schutzlosen und Entrechteten, endet gegen alle Erwartung nicht auf Golgatha. Der Schöpfergott, der aus dem Nichts Leben erweckt, ist auch und
gerade dort anzutreffen, wo menschliches Hoffen und Planen zunichte  wird. Für Christen wird das Kreuz zum Symbol der neuen Religion und Jesus nach Ostern erst recht zum Christus, der Gottes Angebot einer unbedingten und schutzlos sich preisgebenden Liebe bis zur letzten Konsequenz der Selbsthingabe formuliert. Diese Botschaft führt mitten hinein ins Leben - und darüber hinaus. Dieser Messias nimmt uns mit auf seinem Weg und braucht dafür nur eines: Vertrauen.  
                     
Uwe Rieske

(6) Seinen eingeborenen Sohn       

Als Kind fand ich diese Worte schwierig: Was heißt „seinen eingeborenen Sohn"? Wo hinein, fragte ich mich, wurde denn Jesus geboren? Gab es denn in Israel „Eingeborene"? Aber schmunzelnd wird klar: Nicht nur kindliche Missverständnisse knüpfen sich an diese Worte. Über Jahrhunderte haben Christen die Frage diskutiert, wie Gottes Verhältnis zu Jesus Christus angemessen bestimmt werden kann.

Dass Jesus Gottes Sohn ist, wird in den Evangelien erstmals bei der Taufe Jesu im Jordan deutlich. Es habe sich der Himmel geöffnet und Gott selbst sprach: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen" - so steht es im Markus-Evangelium (Mk 1,11). Ist dieser Text im Sinne einer Adoption zu verstehen? Aber wie verhält er sich dann zur Geburt des göttlichen Kindes in der Weihnachtsgeschichte des Lukas? Jesus selbst jedenfalls hat Gott stets als seinen Vater angeredet, nicht nur im Vaterunser. Unter seinem Kreuz stehend verstand der römische Hauptmann: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!" (Mk 15,39)

Konzilien der jungen Kirche wollten formulieren, wie die Gottessohnschaft Jesu Christi genau zu verstehen
sei. Für die griechische Theologie musste unbedingt der Eindruck vermieden werden, Christus sei ein „zweiter Gott" - ebenso aber galt es das Missverständnis abzuwehren, er sei nur ein Mensch gewesen. Entsprechend formulierte das Glaubensbekenntnis des zweiten ökumenischen Konzils in Konstantinopel 381, Christus sei „aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater."

Auch diese sorgfältig abgestimmte Formel kann das Geheimnis der Gottessohnschaft Jesu nur umschreiben; erklären kann sie es nicht. Womöglich stellt doch der Kinderglaube die richtigen Fragen: Wo hinein wurde denn „Gottes einziger Sohn" geboren? In eine Zimmermannsfamilie in Nazaret, in der er aufwuchs, ganz Mensch, ganz Kind des Volkes Israel. Aber zugleich war er mehr als ein Mensch, mehr als ein Prophet oder Rabbi; deutlich wird dies, wenn er Gott vertrauensvoll als „Vater" anspricht. Ihm selbst gilt der Glaube und das Vertrauen der Christen, das die sich an seinen Namen knüpfende Religion fortan bestimmt: Auch wir haben, wie Paulus schreibt (Röm 8,15), nicht einen von Furcht bestimmten „knechtischen Geist" erhalten, sondern einen vertrauenden, Gott zugewandten „kindlichen Geist". Seine Haltung ist frei und offen, wendet sich Gott dankbar und zärtlich zu und stimmt in Jesu Anrede
ein: „Abba, lieber Vater!"                                                                      

Uwe Rieske

(Anmerkung zu 6:)

Offenbarung der Gottessohnschaft    

Zwei Fragen lässt der Autor offen:

  • 1. Wurde Jesus erst bei der Taufe von Gott als Sohn
         adoptiert?
  • 2. Wie verhält sich dann dazu die Rede vom göttlichen
         Kind im Weihnachtsevangelium des Lukas?  

Ein Blick auf die Christen des 1. Jahrhunderts kann Klarheit schaffen. In der frühen Predigt bestand der Moment, in dem Gott Jesus als seinen Sohn offenbarte, in der Auferstehung und Erhöhung.
In Röm 1,4 formuliert Paulus die Glaubensaussage daher so: „Durch die Auferstehung von den Toten ist Jesus dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes eingesetzt in Macht."

Im Stadium der Evangelienbildung stellt sich die Frage, ob Jesus nicht schon in seinem irdischen Leben Gottes Sohn war. Darauf antwortet Markus in der Taufszene durch die Stimme Gottes:
Nicht Adoption, sondern Bestätigung der bereits bestehenden Sohnschaft. Es stellt sich dann die Frage, seit wann. Darauf antworten die Evangelisten Matthäus und Lukas. Sie stellen in den Kindheits-geschichten fest, dass Jesus bereits im Moment seiner Empfängnis Sohn Gottes war. Gott habe es dem Joseph im Traum und der Jungfrau Maria durch einen Engel geoffenbart. Am deutlichsten zeichnet Lukas den Erkenntnisprozess nach. Aus österlichem Blickwinkel beschreibt er steigernd die Aussagen in Bezug auf die Identität Jesu folgendermaßen: In Kapitel 1 verkündet der Engel, dass Jesus der Sohn Gottes
ist, in Kapitel 2 bekundet es der zwölfjährige Jesus selbst den Schriftgelehrten im Tempel, in Kapitel 3 wird es Gottvater anlässlich der Taufe Jesu proklamieren.Auf diesen Glaubenserkenntnissen, ergänzt durch den Prolog des Johannesevangelium, der eine Proexistenz Jesu, ein Leben beim Vater vor aller Zeit, annimmt, basieren die späteren christologischen Aussagen der Kirche, wie sie auf den ersten vier ökumenischen Konzilien definiert wurden.  

Aus dem Gesagten erwachsen geistliche Impulse zum inneren Leben:

 1. Erfahre auch ich im Raum meiner Kirche wachsende Klarheit über die Bedeutung Jesu für mein Leben, wie es den Christen des 1. Jahrhunderts in ihren Gemeinden geschenkt wurde?

  2. Bin ich bereit, meine Glaubenserfahrung mit anderen, selbst Ungläubigen,  zu teilen?

Bernd Napolowski

(7) „Jesus Christus, unser Herr"   

„Warum eigentlich wurde Gott so oft gemalt?", fragen Schüler und Firmlinge oft: „Es ist doch im zweiten Gebot klar verboten!"

Recht haben sie, die Jugendlichen, und es ist erstaunlich, mit welcher Vielfalt die christliche Kunst dieses Gebot faktisch ignoriert hat. Aber es ist ebenso: Bilder helfen beim Begreifen und Menschen können nicht
anders - sie brauchen und fertigen sie, um besser zu verstehen. Ohne Bildnisse wären die Welt und unsere Kirchen ärmer. Aber so einprägsam Bilder auch sind, sie bleiben nur deutende Darstellungen und dürfen nicht selbst zu Gegenständen der Anbetung werden. Davor warnt das zweite Gebot.

Deutungsversuche sind auch die Namen und Titel, die man Jesus Christus gegeben hat, um seine Kraft in
verstehbare, bildhafte Worte zu fassen. Auch der Titel „Jesus Christus, unser Herr" ist ein Versuch, das Unerklärbare zu erklären: Dieser Mensch ist mehr als ein Mensch, er darf Anspruch erheben, unser Leben zu lenken und uns seinem Willen unterzuordnen.

„Ein Gott heißt das, dazu man sich versehen soll alles Guten und Zuflucht haben in allen Nöten; also, dass einen Gott haben nichts anderes ist, denn ihm von Herzen trauen und glauben; wie ich oft gesagt habe, dass allein das Trauen und Glauben des Herzens beide macht, Gott und Abgott." So lautet Luthers klassische Formulierung im Großen Katechismus von 1529. Und diese Wahrheit gilt auch für Christus - in ihm, an seinem Lebensweg und an seinen Worten wird Gottes Wille erkennbar, entsteht ein Bild, an dem man sich orientieren kann, etwas zum Festhalten und Verstehen. Er verlangt nichts anderes als das „Trauen und Glauben" - aber dies ganz und gar. Wo dies geschieht, wird seine Kraft spürbar, ist er ein wahrer Gott und Herr, der mitten hinein führt in die Macht der Liebe, die er selbst ist. 

Uwe Rieske


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Nähere Informationen zu unserem Glaubensbekenntnis finden Sie u.a. auf der Internetseite von Wikipedia- die freie Enzyklopädie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Apostolisches_Glaubensbekenntnis

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