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Sankt-Martin-Verein Leutherheide

Die Chronik des St. Martinsvereins Leutherheide


(zusammengestellt von Klaus Gisbertz)

Die Chronik des St. Martinsvereins Leutherheide ergibt sich aus einem gebundenen Buch, das im Jahre 1907 begonnen wurde und bis zum heutigen Tag durch den jeweiligen Schriftführer fortgeschrieben wird.

Dieses Buch diente von 1907 bis 1951 auch als Kassenbuch des Vereins. Das Buch ist die einzige dem Verein bekannte schriftliche Quelle, die Auskunft über das Vereinsleben gibt. Aus diesem Buch ist die nachfolgende Zusammenfassung erstellt worden. Die Chronik des St. Martinsvereins beginnt mit den Worten:

Im Jahre 1907 wurden dem Beispiel der Nachbargemeinden folgend von dem Herrn Lehrer Fretz und dem Herrn Rektor Hoff auch in unserer Gemeinde ein St. Martinszug mit anschließender Bescherung der Kinder beschlossen, um damit die  Auswüchse der üblichen freien Umzüge zu steuern. Es wurde ein Komitee gebildet von dem Herrn Lehrer Fretz als Vorsitzenden, Rektor Hoff als Ehrenvorsitzenden, G. Simons, M. Mertens, I. Schmacks, J. Dückers, A. Lendackers, P. Gotzen als Mitglieder. Genannte Herren gelten somit als Gründer des St. Martinsvereins in Leutherheide.

Aus dem Kassenbuch ergibt sich, dass eine St. Martinstüte im Jahre 1907 folgenden Inhalt hatte: Äpfel, Nüsse, Kastanien und ein Brötchen. Im Jahre 1907 wurden 120 Tüten verteilt.

In heutiger Zeit sind Äpfel und Nüsse auch noch Inhalt einer St. Martinstüte. Aus dem Brötchen ist ein großer Stuten geworden. Weiterhin sind in der Tüte noch diverse Leckereien, die jedes Jahr neu zusammengestellt werden und eine prall gefüllte Tüte ergeben. Auch in heutiger Zeit werden cirka 120 Tüten verteilt.

In den Jahren 1914 - 1918, somit während des 1. Weltkriegs, fanden kein St. Martinszug und keine Tütenverteilung statt. Von 1914  bis 1917 wurden allerdings durch den Verein sogenannte Liebespaketchen an die Leutherheider Krieger gesandt. Diese Paketchen enthielten insbesondere verschiedene Tabakwaren. Im Jahre 1919 fand der erste Umzug nach dem 1. Weltkrieg statt.

1923 kam es zur Auflösung des Vereins, da Stimmen aus der Gemeinde nach einem gewählten St. Martinsverein verlangten. Der Kassenbestand betrug bei Auflösung des Vereins inflationsbedingt: 1 Billion 340 Milliarden Mark. Im Grenzland spielte allerdings auch der niederländische Gulden eine Rolle, so dass sich auch noch 0,90 Gulden in der Vereinskasse befanden.

Bereits am 19.10.1924 erfolgte die Neugründung des Vereins. Aus dem St. Martinskomitee wurde der St. Martinsverein mit gewählten Vorstandsmitgliedern. Am 25.11.1924 erfolgte die Genehmigung der Statuten durch die Vollversammlung. Diese Statuten sind bis zum heutigen Tag gültig. Sie lauten:

  • § 1 - Zweck
    Der St. Martinsverein Leutherheide hat den Zweck, die Kinder im Ort in hergebrachter Weise am St. Martinsabend durch einen St. Martinszug mit anschließender Bescherung zu erfreuen.
  • § 2 - Leitung
    Den Vorstand des Vereins bilden der Ehrenvorsitzende, der Vorsitzende, der Schriftführer, der Kassierer, 3 Stellvertreter des Vorstandes und 2 Beisitzer. Der Ehrenvorsitzende ist immer der jeweilige Herr Rektor des Ortes. Die Vorstandsmitglieder werden von der Vollversammlung auf drei Jahre gewählt. Wiederwahl ist statthaft. Schiedet ein Vorstandsmitglied durch Wegzug oder Tod aus, ist Beiwahl durch die Vollversammlung. Die Vollversammlung tagt stets im November nach dem St. Martinsfeste. Ein bestimmtes Vereinslokal hat der Verein nicht. Die Festlichkeit soll überschlagend bei den Wirten veranstaltet werden. Zum Vorstand zählt auch der St. Martin.
  • § 3 - Mitgliedschaft
    Mitglied des Vereins wird jeder Einwohner von Leutherheide, der sich in die zu diesem Zweck rundgereichte Liste einzeichnet.
  • § 4 - Pflichten
  • a) des Vorstandes
    Der Vorstand hat die Pflicht, alljährlich vor dem St. Martinsfeste einen Rundgang durch die Gemeinde zu machen und die Beiträge, bestehend in freiwilligen Gaben von den Mitgliedern einzuholen, für das Zustandekommen eines St. Martinszuges mit anschließender Bescherung der Kinder Sorge zu tragen und das Vermögen des Vereins zu verwalten. Eine Beitragserhebung ist nicht statthaft.
  • b) die Mitglieder
    Jedes Mitglied trägt durch freiwillige Gaben von Geld oder Waren zur Ermöglichung des Zuges und der Bescherung bei. Alle Mitglieder des Vereins sollen für das Ansehen desselben stets Sorge tragen.


Diese Satzung wurde im Jahre 1927 geändert, indem beschlossen wurde, die Hälfte des Vorstands stets auf 6 Jahre zu wählen und die übrigen Mitglieder auf 3 Jahre. Es erfolgt eine Auslosung, wer auf drei Jahre gewählt wird.

Im Jahre 1933 spielte erstmalig der Musikverein „Eintracht" beim Umzug. Die Gage betrug 15,00 Mark. In den Jahren 1936 - 1939 erfolgte neben der Bescherung mit einer St. Martinstüte eine Nikolausbescherung der Leutherheider Kinder. Während des 2. Weltkriegs von 1939 - 1944 erfolgten keine Umzüge und keine Bescherungen der Kinder. 1945 heißt es in der Chronik:

Der Krieg ist zu Ende. Noch ist die Not groß in unserem Vaterlande und doch soll den Kindern wieder die Freude des Martinsfestes werden.

Es erfolgte am 11.11.1945 der erste  St. Martinsumzug mit Kinderbescherung nach dem 2. Weltkrieg. Hierzu ist in der Chronik vermerkt:

Wenn das St. Martinsfest des Jahres 1945 sich auch nicht vergleichen lässt mit den Festen vor dem Kriege, so ist doch sein Hauptzweck erreicht worden: unsere Kinder haben einen frohen und glücklichen Abend erlebt.

Im Jahre 1947 wird erstmalig die Bettlerszene mit Mantelteilung am Feuer aufgeführt. Bis dahin erfolgte lediglich ein Umzug. Dies machte es notwendig, dass ein „Armer Mann" bei der Szene anwesend war. Dieser „Arme Mann" gehörte ab 1948 mit dem Vorstand an.

1950 wurde ein neuer Stempel mit dem Bildnis von St. Martin angeschafft. Grund für diese Anschaffung war, dass auf dem alten Stempel Leutherheide mit ai also Leutherhaide stand. Dieser neue Stempel ist auf der Titelseite der Festschrift dargestellt.

Die seit 1907 durchgeführte Tütenversteigerung nach dem St. Martinsumzug fand 1951 erstmals im Haus Schmitter am De-Witt-See statt. Zuvor erfolgte eine Tütenversteigerung im jeweiligen Bescherungslokal.

In den Jahren 1956 - 1958 gab es Probleme im Vorstand. Es erfolgten verschiedene Austritte und Ausschlüsse von Vorstandsmitgliedern. Aus dem Chronikbuch wurden die Aufzeichnung des Jahres 1956 herausgetrennt. Im Jahre 1958 formierte  sich der Vorstand dann neu.

Eine bis heutige gültige Tradition wurde im Jahre 1959 eingeführt: Die Beschenkung der alten Leute (über 70) mit einer St. Martinstüte.

Im Jahre 1967 erfolgte die bislang letzte Vollversammlung, die von der Satzung eigentlich jährlich vorgesehen ist. Der Grund, dass keine Vollversammlungen mehr abgehalten wurden, lag darin, dass fast kein Mitglied mehr zu den Vollversammlungen erschien.

1973 erfolgte ein gemeinsamer St. Martinsumzug mit dem Leutherheider Kindergarten.

1976 drehte der WDR in Leutherheide die Fernsehdokumentation „Kultur in der Provinz am Beispiel Leutherheide". Die Sendung wurde am 08.12.1976 im Fernsehen ausgestrahlt. Ein Kamerateam des WDR filmte hierzu auch das Leutherheider St. Martinsfest des Jahres 1976.

Das seit 1951 im Hause Schmitter am De-Witt-See stattfindende St. Martinsfest nach dem St. Martinsumzug wurde 1988 letztmalig dort durchgeführt. Eine Verkleinerung des Veranstaltungsorts war wegen geringer Beteilung der Mitglieder notwendig geworden. 1989 fand das Fest erstmalig in Haus Berger in Leutherheide statt. 1991 erfolgte dann das bislang letzte St. Martinsfest nach dem St. Martinsumzug. Die Beteilung der Mitglieder ging noch weiter zurück, so dass ein solches Fest nicht mehr tragbar war. Es wurde hiermit eine Tradition beendet, die seit 1907 zuerst in Form einer Tütenversteigerung durchgeführt wurde. In seinen Hochzeiten lockte das Fest derart viele Besucher ins Haus Schmitter, dass die dortigen Räumlichkeiten zu klein waren.

1994 beteiligte sich der St. Martinsverein mit einem Zuschuss aus der Vereinskasse an der Anschaffung eines Spielgeräts auf dem Leutherheider Dorfplatz.

Das 1959 eingeführte Seniorenfest fand 1996 erstmalig im Leutherheider Jugendheim statt, da mit Haus Berger die letzte Leutherheider Gaststätte geschlossen hatte.

Aus der Chronik ist hierzu anzumerken, dass es häufiger im Vorstand Diskussionen gegeben hatte, in welcher der zahlreichen Leutherheider Gaststätten Veranstaltungen durchgeführt werden sollen. Dies wird auch aus § 2 der Statuten von 1924 deutlich. Der Lauf der Zeit hat es nun mit sich gebracht, dass es in Leutherheide keine Gaststätte mehr gibt.

Im Jahre 2001 fand erstmalig ein Glühwein- und Püfferchen-Verkauf nach dem St. Martinsumzug an der Leutherheider Kirche statt. Dieser Verkauf, der gerne zu einem geselligen Beisammensein genutzt wurde, fand großen Zuspruch und wurde auch in den Folgejahren durchgeführt.

Der erstmalig im Jahre 1933 erwähnte Musikverein Eintracht Leutherheide spielt wegen personeller Probleme in 2004 letztmalig beim St. Martinsumzug.

In 2007 feierte der St. Martinsverein Leutherheide sein 100jähriges Bestehen.

Dem Vorstand gehören die folgenden Mitglieder an:

Vorsitzender: Otmar Hoppmanns, Schriftführer: Klaus Gisbertz, Kassierer: Helmut Angendohr, St. Martin: Klaus Gisbertz, Armer Mann: Rüdiger Hecht, weitere Vorstandsmitglieder: Franz Blasius, Willi Gotzen, Johannes Schuren, Frank Künstler, Thomas Borger, Andre Dülpers.

Die heutigen Vorstandsmitglieder fühlen sich dem Zweck des Vereins, nämlich jährlich einen St. Martinsumzug mit anschließender Bescherung der Kinder durchzuführen, verpflichtet. Der Verein beteiligt sich aber auch an anderen Festlichkeiten, die in Leutherheide stattfinden. So zum Beispiel mit Luftballonwettbewerben bei den Leutherheider Dorffesten.

Dies alles ist aber nur durch Spenden der Mitglieder möglich, die bei den jährlichen Haussammlungen in den Leutherheider Haushalten reichlich gegeben werden. Es ist von daher möglich, Leutherheider Kindern von der Geburt bis zu Vollendung des 16. Lebensjahrs (Stichtag ist jeweils der 11.11.) mit einer großzügige St. Martinstüte mit Stuten zu bescheren. Auch Leutherheider Senioren, die im jeweiligen Jahr zumindest das 70. Lebensjahr vollendet habe, bekommen eine St. Martinstüte mit Stuten, die bei einem geselligen Nachmittag überreicht wird. 

Personalchronik des St. Martinsvereins Leutherheide (soweit aus der Vereinschronik rekonstruierbar)

-  Vorsitzende 

  • 1907-1908    Lehrer Fretz  
  • 1908-1922    Viktor Simons
  • 1922-1924    Lehrer Johannes Strötges
  • 1924-1930    Johann van Ophoven
  • 1930-1945    Werner Simons
  • 1945-1947    Hubert Hoffmanns
  • 1947-1950    Josef Müllers
  • 1950-1957    Rudolf Simons
  • 1957-1958    Jakob Tribbels
  • 1958-1973    Josef Busch
  • 1973-1974    Hans Fleddermann
  • 1974-1975    Josef Busch
  • 1975-1986    Erich Fretz
  • 1986-2000    Hans Thamm
  • 2000-2013    Otmar Hoppmanns
  • 2014-           Andre Dülpers

-  St. Martin 

  • 1907-1923    nicht nachvollziehbar
  • 1924-1926    W. Troost
  • 1927-1971    August Füsers
  • 1972             Erich Fretz
  • 1973-1995    Karl Naphausen
  • 1996-2003    Johannes Schuren
  • 2004-2010    Klaus Gisbertz
  • 2011-           Leo Vaessen 

-  Armer Mann 

  • 1947-1972    Heinrich Deutges
  • 1973-1998    Johannes Schlun
  • 1999-2012    Rüdiger Hecht
  • 2013-           Guido Jackels

Ansprechpartner und Anschrift des St. Martin-Vereins Leutherheide 

Vorsitzender: Andre Dülpers

Anschrift: Leutherheide 38, 41334 Nettetal

Telefon: 02153 / 730196                                                                                                  


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