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Anruf und Antwort - Struktur des Baus der heiligen Messe

Unter dieser Überschrift wurde in unseren Pfarrbriefen über die Grundordnung und von wesentlichen Elementen der Feier des Gottesdienstes berichtet. Es sind die Bausteine, aus denen sich das Haus der Messe aufbaut und der ganze Bau zusammengefügt ist. Grundlage ist die neue „Grundordnung des Römischen Messbuches" (GORM).

Herr Paul Syben, Schaag, hatte die in der kirchlichen Zeitschrift "Gottesdienst" veröffentlichten Artikel dankenswerterweise für unsere Pfarrbriefe in Auszügen zusammengestellt (Pfarrbriefe Nrn. 14/08, 1/09, 2/09, 6/09 und 7/09). Diese Auszüge haben wir für Sie hier zu einem Gesamtbeitrag  zusammengefasst.

  • Der Anruf Gottes
  • Die Antwort der Kirche durch den Dienst des Vorstehers
  • Die Antwort der Versammelten durch Gebärden und Körperhaltungen
  • Die Antwort der Versammelten durch tätige Teilnahme
  • Die Antwort der Versammelten durch heiliges Schweigen

(Auszüge - Verfasser: Andreas Heinz - aus der Zeitschrift „Gottesdienst" Nr. 20, Hrsg.Liturg.Instituten, Trier)Hinweis: GORM = Grundordnung des Römischen Messbuches, AEM = Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, SC = Liturgiekonstitution "Sacrosanctum concilium"

Der Anruf Gottes

Als erster Baustein werden „die Lesungen des Wortes Gottes" genannt. (GORM 29). Die Aussage der Liturgiekonstitution, dass die Heilige Schrift „von größtem Gewicht für die Liturgiefeier ist (SC 24), hat der Bibel in allen gottesdienstlichen Feiern der römischen Liturgie den Platz wiedergegeben, der ihr gebührt.

In der Messe ist durch die neue Leseordnung „die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan" worden (SC51). Die Homilie, (Anm.: Predigt/Ansprache) die das verkündigte Wort Gottes in das Heute der Gläubigen auslegt, wurde zum festen Bestandteil der sonn- und feiertäglichen Messfeier erklärt. (SC52). Das alles bekräftigt das Grundsatzdokument am Anfang des Messbuchs. Es ist auch Liturgietheologisch richtig und wichtig, dass dort im Abschnitt über die verschiedenen Elemente der Messe zuerst von der Initiative Gottes die Rede ist. Denn christliche Liturgie hat wesentlich responsorischen (Anm.: Wort und Antwort) Charakter. Sie gelingt nur, wo die Versammelten offene Ohren und ein offenes Herz haben für das, was Gott in den biblischen Lesungen seinem Volk sagt und was Christus in seinem Evangelium verkündet (GORM29). Das lebendige Wort der Homilie soll helfen, die biblische Botschaft tiefer zu verstehen und entschiedener im Leben wirksam werden zu lassen.

Die Antwort der Kirche durch den Dienst des Vorstehers

Die zweite Gruppe von „Bausteinen" bilden die Gebete. Sie sind die Antwort auf den Anruf Gottes. Die Baugesetze der Liturgie verlangen, dass eine betende Gemeinschaft einen Vorbeter hat. In der Messe ist es Sache des Priesters, „der der Versammlung in der Person Christi vorsteht, im Namen des ganzen heiligen Volkes und aller Anwesenden" Gebete an Gott zu richten (GORM 30).

Solche Vorsteher- oder „Präsidialgebete" (Amtsgebete) sind an erster Stelle das Eucharistische Hochgebet und die Orationen: das Tagesgebet zum Abschluss der Eröffnung, das Gebet über die Opfergaben und das Gebet nach der Kommunion.

Der Vorsteherdienst des Priesters bringt es auch mit sich, dass er im Verlauf der Feier mit den Versammelten kommuniziert (GORM 34) und durch bestimmte Hinweise die ganze Feier „moderiert".

Die Grundordnung in ihrer Neufassung betont sehr stark, dass der Priester im Bereich der monitiones, bei denen er die Freiheit hat, mit eigenen Worten Hinweise zu geben, diesen Freiraum nicht beliebig nutzen darf, Er muss vielmehr darauf achten, „dass er am Sinn des Hinweises, so wie er im Messbuch vorgegeben ist, immer festhalte und ihn mit wenigen Worten zum Ausdruck bringe" (GORM 31). Die entsprechenden Stellen sind im Messritus festgelegt.

Neu ist das ausdrückliche Verbot, „während des Hochgebetes" irgendwelche Hinweise zu geben. Die neue deutsche Übersetzung betont bestimmter als die AEM (Allg.Einführung in das Römische Messbuch) dass die Namen aller und von allen mental mit zu vollziehenden Gebete nicht von der Orgel oder von anderen Musikinstrumenten „untermalt" oder von Gesang überlagert werden dürfen (GORM 32). „Hintergrundmusik" etwa während des Hochgebets oder zur Elevation soll es nicht wieder geben; auch ist es nicht erlaubt, dass etwa der Gesang des „Benedictus" das still gebetete Hochgebet nach der Konsekration überlagert.

An letzter Stelle erwähnt die Grundordnung unter den „dem Priester zukommenden Teilen" die stillen Priestergebete während der Messe (GORM 33). Es gab nach dem Konzil Stimmen, die sie mit dem Hinweis auf den grundsätzlich gemeinschaftlichen Charakter der Messe ganz entfernen wollten.

 

Doch der Priester ist nicht nur Vorsteher und Vorbeter. Er feiert die Messe auch als persönlich Glaubender. Weshalb sollte es ihm verwehrt sein, an bestimmten Stellen der Feier still ein Gebet zu sprechen, das ihm hilft, „seinen Dienst mit größerer Sammlung und Andacht zu vollziehen"? Die Neufassung der Institutio generalis ( einführendes Grundsatzdokument ) bejaht die Legitimität solcher still gesprochenen Gebete. Sie wehrt aber gleichzeitig jeder subjektiven Beliebigkeit in diesem Bereich. Es soll nur das gebetet werden, was im Messbuch steht, und nur an den Stellen, die dafür vorgesehen sind und neuerdings eigens genannt werden (GORM 33).

Die Antwort der Versammelten durch Gebärden und Körperhaltungen

Bei den Aussagen über die „Gebärden und Körperhaltungen" hat die Neufassung der AEM einige Präzisierungen und Ergänzungen gebracht. Sie spricht nicht mehr bloß undifferenziert von der „einheitlichen Körperhaltung aller Versammelten" (AEM 20), sondern sieht die Versammlung als hierarchisch gegliederte Gemeinschaft. Die Mitwirkenden werden jetzt einzeln genannt: Priester, Diakon, liturgische Dienste, Volk. Die von diesen Handlungsträgern zu vollziehenden Gebärden und einzunehmenden Haltungen sind funktional bisweilen verschieden.

Als Begründung, weshalb es die geordnete Gleichförmigkeit der Gebärden und Körperhaltungen geben soll, wird nicht bloß der Gedanke der Gemeinschaft und Einheit angeführt, die dadurch ausgedrückt werden sollen. Auch die ästhetische Dimension kommt in den Blick. Vor allem aber wird der entscheidende theologische Grund genannt, weshalb Einheitlichkeit bei den Gebärden und Körperhaltungen anzustreben ist: die in der Taufe begründete fundamentale Zusammengehörigkeit aller Versammelten als Glieder des einen Leibes Christi (GORM42).

Was die Praxis betrifft, bleibt es bei der bisherigen Regelung:

- Die Gläubigen stehen vom Beginn des Einzugs bis zum Tagesgebet einschließlich; vom Halleluja vor dem Evangelium bis zum Glaubensbekenntnis einschließlich (mit Ausnahme der Homelie - Predigt); von der Gebetseinladung vor dem Gebet über die Opfergaben bis zum Ende der Messe (nach der Kommunion kann man sich gegebenenfalls setzen).

- Sie sitzen, während die Lesungen und der Antwortpsalm vorgetragen werden; während der Homelie (Predigt) und der Gabenbereitung und gegebenenfalls nach der Kommunion.

- Sie knien während der Konsekration (Wandlung), sofern dies möglich ist. Diejenigen, die zur Konsekration nicht knien können, müssen ihre Verehrung dadurch zeigen, dass sie eine tiefe Verneigung machen, wenn der Priester nach der Konsekration von Brot und Wein eine Kniebeuge macht (GORM43).

Unverkennbar war es die Absicht bei der Neufassung der Institutio generalis, das Knien zur Konsekration (Wandlung) als den Normal und Regelfall zu kennzeichnen. Nur wenn gesundheitliche Gründe oder die beengten Raumverhältnisse das Niederknien verhindern, kann man auch während des Einsetzungsberichtes wie bei den übrigen Teilen des Hochgebetes stehen bleiben. Doch soll auch in diesem Fall die innere Haltung der Anbetung angemessen Ausdruck finden in der Gebärde einer tiefen Verneigung.

Noch deutlicher ist die Intention, das Knien als Anbetungsgebärde wieder stärker zur Geltung zu bringen, zu spüren, wenn empfohlen wird, es solle der Brauch beibehalten werden, dass „das Volk nach dem Sanctus bis zum Ende des Eucharistischen Hochgebets" kniet.

Ebenso wird empfohlen, vor der Kommunion, wenn der Priester das „Seht das Lamm Gottes" spricht, niederzuknien (GORM43).

Die Antwort der Versammelten durch tätige Teilnahme

Das Leitmotiv der vom Zweiten Vatikanischen Konzil initiierten Liturgiereform heißt „tätige Teilnahme". Die Messe ist nie eine Sache des Priesters allein, sondern immer Feier der Kirche. Sie hat „von Natur aus gemeinschaftlichen Charakter" (GORM34). Als Mindestmaß tätiger Teilnahme bei ihrer Feier wird von den versammelten Gläubigen erwartet, dass sie auf den Gruß des Priesters antworten, sich an den Akklamationen beteiligen und ihr „Amen" zu den „Präsidialgebeten"(Amtsgebeten) sprechen (GORM 35). Auch wird ihre aktive Mitwirkung beim Bußakt, dem Glaubensbekenntnis, dem Allgemeinen Gebet und dem Vaterunser erwartet (GORM 36). Dass der Gesang die Feier-gemeinschaft zum Ausdruck bringt, fördert und stärkt, ist eine alte Erfahrungstatsache.

Mit Nachdruck unterstreicht die Grundordnung die „große Bedeutung" die dem Gesang in der Messfeier zukommt. Eine sonn- und feiertägliche Messe ohne Gesang soll es nicht geben (GORM40). Bevorzugt gesungen werden sollen die bedeutsameren Texte der Messe, vor allem diejenigen, die das Volk aktiv einbeziehen oder die vom Priester und allen Anwesenden gemeinsam zu singen sind.

                            

Mit größerer Bestimmtheit als dies in der AEM (Nr.19) geschehen ist, betont die Grundordnung die bleibende Bedeutung des Gregorianischen Chorals. Sie wiederholt die Konzilsaussage (SC 116), dass dieser als „der der Römischen Liturgie eigene Gesang" anzusehen ist und ihm deshalb „der erste Platz" gebührt (GORM 41).

Auch das kirchenmusikalische Erbe erfährt eine Aufwertung durch die positive Erwähnung der „Mehrstimmigkeit (polyphonia)". Poliphone lateinische Messkompositionen dürfen aber die Messteilnehmer nicht in eine bloße Zuhörerrolle verdrängen. Dem Geist der Liturgie entsprechend sollen auch sie „die Teilnahme aller Gläubigen fördern". Es bleibt erwünscht, dass diese in der Lage sind, wenigstens einige Teile des Messordinariums, vor allem das Glaubensbekenntnis und das Gebet des Herrn, in einfachen Vertonungen gemeinsam lateinisch singen zu können" (GORM 41).

Die Antwort der Versammelten durch „heiliges Schweigen"

Wie in der bisherigen Fassung der AEM unterstreicht der Schlussartikel dieses Abschnitts die Bedeutung des „heiligen Schweigens" (SC39). Tätige Teilnahme darf nicht in dem Sinn missverstanden werden, dass alle ständig beschäftigt sind. Die Gesundheit der Feier braucht Räume der Stille. Sie sind nicht als bloße Pausen im Handlungsablauf misszuverstehen, sondern bewusstes Schweigen in der Gegenwart Gottes: beim Bußakt, nach der Gebetseinladung, nach einer biblischen Lesung oder nach der Homilie (Predigt), wenn die Botschaft im Herzen ankommen soll, und nach dem Empfang der hl. Kommunion.

Bisher wurde zu selbstverständlich vorausgesetzt, dass im Gottesdienstraum vor Beginn der Feier Stille herrscht. Immer häufiger kommt es aber mittlerweile vor, dass selbst in Domkirchen unmittelbar vor einem Festgottesdienst der Geräuschpegel so hoch ist, dass Stille angemahnt werden muss. An der diesbezüglichen Sakristeidisziplin mangelt es ebenfalls nicht selten.

 

In der Neufassung steht jetzt über der Nummer, die bisher mit „Die Stille" überschrieben war (AEM 23), „Das Schweigen" (GORM 45). Sie wurde ergänzt durch einen Hinweis auf die Notwendigkeit der Stille schon vor der Feier, und zwar „in der Kirche, in der Sakristei" und in angrenzenden Räumen. In einer Atmosphäre der Sammlung sollen „alle sich auf den Vollzug der heiligen Handlung andächtig und in der gehörigen Weise vorbereiten"(GORM 45).


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