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Die Geschichte von St. Lambertus Breyell

Der folgende Beitrag entstammt der Druckschrift "Kleiner Kirchenführer zum 100jährigen Jubiläum unserer Pfarrkirche St. Lambertus 1905 - 2005"

 

Foto vergr��ern Der alte Lambertiturm in früheren Jahren

Geschichte von St. Lambertus

Als vor mehr als 1.000 Jahren - genau anno Domini 816 - Kaiser Ludwig der Fromme Anordnung traf, bei jeder Kirche eine Wohnung mit einem Stück Grund für den Ortspriester anzulegen, wird auch bald in Breidelo (Breyell) der erste Wedem oder Pfarrhof entstanden sein, nachdem das erste Dorfkirchlein schon längst zum Gottesdienst rief. Der Breyeller Pfarre kann man mit Fug und Recht ein hohes Alter zubilligen, gehörte unsere Pfarre doch zu den ecclesiae integrae oder matrices, die vor dem Jahre 1000 errichtet wurden, mit allen Rechten ausgestattet waren und den Vollbetrag der Abgaben an den Bischof zu leisten hatten. Auf ein hohes Alter der Breyeller Kirche deutet auch das Patrozinium des Hl.Lambertus, des kurz nach 700 getöteten Bischofs von Maastricht, hin, der auf den Rurhöhen bei Birgelen (Birgeler Kirchweg auch in Breyell) getauft haben soll.

Die Pfarre Breyell gehörte nach der Verlegung des Bischofssitzes (722) von Maastricht nach Lüttich zu diesem Bistum und zur Dekanie im Mülgau, später Wassenberg. Tegelen, Lobberich und Venlo, die zur Erzdiözese Köln gehörten, kamen 984 / 986 n.Chr. im Austausch gegen Gladbach und Rheydt ebenfalls an Lüttich.

Die erste schriftliche Erwähnung Breyells findet sich bei Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, I Nr.289, derzufolge Graf Gerhard von Wassenberg und Geldern am 30. September 1118 eine Collegiatkirche in Wassenberg stiftete, die er u.a. mit Gütern in Breyell ausstattete (...et in breidele partem allodii....).

Der urkundlich erwähnte Breyeller Pastor Johannes Kervenheim (1330) traf die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Kirche. Aus dieser Zeit ist der in der jetzigen Kirche befindliche bemerkenswerte Taufstein zurückzuführen. Aber erst seinem namentlich nicht bekannten Nachfolger gelang in der 2.Hälfte des 14. Jahrhunderts (um 1375) der Kirchbau, von dem der alte Lambertiturm als ältestes historisches Bauwerk uns heute noch kündet.

Der Provinzialkonservator zählt 1924 den Turm in seiner reichen Gliederung zu den interessantesten spätgotischen Türmen des Niederrheins. Am 12. Juli 1955 bestätigt der Landeskonservator, dass die Entstehung des Turmes in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts gesetzt werden müsse.

Das Fundament des Turmes wurde aus Mergelstein errichtet, ein Naturstein, der in der Nähe von Maastricht gewonnen wird. Für das mächtige Mauerwerk brannte man vor Ort Mauerziegel aus dem Ton und Lehm, den man in Breyell aus der Erde holte. Auch Findlinge und größere Kieselsteine, die man auf den Äckern fand, wurden für den Kirchenbau verwendet.

Für die schmückende Außenfassade nutzte man Tuffstein, einen Naturstein vulkanischen Ursprungs, den man in der Nähe von Neuwied zwischen Rhein und Eifel gewinnt, und Ziegelsteine. Tuff- und Ziegelsteinmauerwerk wechseln in den Bändern (Specksteinbauweise).

1714 wurde die Kirche durch einen Sturm schwer beschädigt. Das Dach wurde abgeweht und Mauerwerk eingedrückt. Für die Instandsetzung wurden 244 Reichstaler erforderlich, die vom gesamten Amt Brüggen (also von den Bürgern in Bracht, Brüggen, Boisheim, Dülken) aufgebracht wurden. 1788 wurde eine Restaurierung des Kirchenschiffs notwendig, die einem Neubau gleich kam. Über dieses Kirchenschiff schrieb Paul Clemen 1891: „Die Stelle des Langschiffes hat eine moderne, große, kahle Backsteinhalle von unglücklichen Verhältnissen mit flacher Decke eingenommen".

Am 27. Juli 1868 schlug der Blitz in die Turmspitze ein und setzte den Turmhelm in Brand. Durch den Brand wurden alle Kirchenglocken zerstört und das Feuer griff auf das an den Kirchturm direkt angebaute Rathaus über. Bereits 1869 hatten die Breyeller ihr Gotteshaus wieder hergestellt. Der Turm hatte einen neuen Helm und vier neue Glocken. Das angebaute Rathaus, das beim Brand stark beschädigt worden war, wurde abgebrochen.

Am Ende des 19.Jahrhunderts war der Zustand der Kirche so schlecht, dass man über einen Umbau nachdenken musste.

Als Ignaz Theodor Haan am 1. Dezember 1884 nach Breyell kam, wo er demnächst auch als Pfarrer zu wirken hoffte, fand er gewiss nicht alles seinen Wünschen entsprechend. Das Pfarrhaus war kaum noch bewohnbar, die beiden Kaplaneien sahen noch schlechter aus, und die Kirche war, schlicht gesagt, ein unmögliches Bauwerk, abgesehen davon, dass sie ineinem so schlechten Zustand war, dass es Gott erbarmt; sie war auch viel zu klein, um die Breyeller Gläubigen aufzunehmen.

Nun, der neue Pfarrer wusste schnell, was er wollte und was er konnte. Der Doppelbau der Kaplanwohnungen und die Erneuerung des Pfarrhauses wurden als der leichtere Teil seiner Aufgaben schnell durchgeführt. Kopfzerbrechen machte ihm der Bau eines neuen Gotteshauses. Da war zunächst die Platzfrage. Nach Osten lag die Gaststätte mit dem Hof Dammer und ein kleineres Wohnhaus, nach Norden das Trimbornsche Anwesen mit dem großen Saal (Kaiserhof), nach Westen und Süden waren die Straßen die Grenzen.

Da las der Pastor rein zufällig eine alte Ausgabe der Rhein- und Maaszeitung aus dem Jahre 1883, in welcher die Erben von Max Trimborn ihr Anwesen in Breyell: Wohnhaus mit Seitenflügel, Stallung, Scheune, Tanzsaal, Gartenhaus, Anlagen und zwei Gärten zum Kauf anboten. Das war für Haan ein Wink des Himmels, der nun seine Fäden zu spinnen begann. Immer wieder predigte er im Kirchenvorstand, in der kirchlichen Gemeindevertretung und auf der Kanzel, in welch schönen Häusern die Breyeller wohnen, wie erbärmlich jedoch der Herr hause.

 

Foto vergr��ern Pfarrer Ignaz Theodor Haan 1884-1915

Jeder Breyeller müsste sich doch im Innersten seines Herzens schämen. Der Pfarrer hatte Erfolg. Als der Druck von der „Basis" her, aus dem Volke, immer stärker wurde, lief alles schnell und fast wie von selbst. Zuerst aber wurde nur ein Ausbau und Umbau beschlossen, weil es eben an den nötigen Geldmitteln für einen Neubau mangelte. Die Pläne wurden gefertigt und dem Kirchenvorstand vorgelegt. Da kamen die Schwierigkeiten. Der vorgesehene Platz war viel zu klein, der Ankauf der Nachbarhäuser wegen zu hoher Forderungen unmöglich. Zudem stellte sich erst jetzt(!) heraus, dass der ganze jetzige Kirchplatz Eigentum der Zivilgemeinde war, was sich besonders bei Kirmessen und weltlichen Veranstaltungen in trauriger Weise bemerkbar gemacht hatte. Der Pastor rieb sich im Stillen die Hände. Der Kirchenvorstand ergriff die Initiative und beschloss die Projektierung eines Neubaus, wie der Bischof es gefordert hatte.

Als Bauplatz sollte das Trimbornsche Erbe, der Kaiserhof, der unmittelbar an den jetzigen Kirchplatz anstößt, angekauft werden. Und so geschah es auch. Der bisherige Eigentümer, Fabrikinhaber Wilhelm Trimborn zu Grevenbroich, übertrug den 5 Morgen großen Besitz mit allen aufstehenden Gebäulichkeiten für 36.000 Mark an die Kirchengemeinde. Davon gab der Pastor von ihm im Laufe der Jahre erworbenen Schenkungen 16.000 Mark, welche an sich für die innere Ausstattung dienen sollten und jetzt geopfert wurden. Die verbleibenden 20.000 Mark übernahm die Kirchenfabrik (d.h. die kirchliche Vermögensverwaltung). Der Pfarrer führte aus, dass sich diese 20.000 Mark hinreichend durch die Vermietung des zu Wohnungen eingerichteten Haupthauses, sowie durch die Pacht aus den Ländereien verzinsen, sodass der neue Kirchplatz quasi geschenkt sei.

Der dem Kirchenvorstand vorgelegte Finanzierungsplan sah so aus: Zeichnung für die Hauskollekte, die in sechs Jahren gesammelt werden (schriftliche Verpflichtung der Spender) 60.000 Mark, Anleihe der Preuß. Kred.-Boden-Ges. Berlin 120.000 Mark.  Aus dem Stiftungsfonds zu entnehmen 54.000 Mark, Anleihe bei Bückler 16.000 Mark. Insgesamt 250.000 Mark.

Die neue Pfarrkirche St. Lambertus Breyell kurz nach ihrer Einweihung im Oktober 1905

Mit den Grundstücken des Kaiserhofs im Rücken schien alles gut zu laufen. Nachdem schließlich, nach einigen Schwierigkeiten mit der bischöflichen Behörde und der königlichen Regierung, die Genehmigung erteilt worden war, wurde mit dem Bau der neuen Kirche nach den Plänen von Rüdell & Odenthal aus Köln, die auch die Pläne für den Um- und Anbau gemacht hatten, am 6. November 1902 begonnen.

Baumeister war Architekt und Bauunternehmer August Hoffmans aus Breyell, Inhaber der Bauunternehmung Arnold Traugott, seines verstorbenen Schwiegervaters. Am 12. November 1902 hielt Pfarrer Haan ein feierliches Hochamt für das glückliche Gelingen des Baues. Recht zahlreich wohnten die Pfarrkinder dem Hochamte bei. Täglich wird in der angegebenen Intention nach den hl. Messen gebetet. Später, sobald die Mittel es zuließen, sollte auch das Haupthaus abgebrochen werden und so die neue Kirche freigelegt werden. So schrieb Pfarrer Haan am 15. November 1902, ohne dabei von einem Verkauf an die Kreissparkasse etwas geahnt zu haben. Im Herbst 1904 sollte, wenn alles nach Plan verlief, die Kirche übergeben werden. Aber es verlief nicht alles nach Plan. Zunächst gab es Schwierigkeiten mit den Architekten Rüdell & Odenthal, mit denen die Breyeller nicht klar kamen (planerische Durchführung; Massenberechnungen) und mit den Zahlungen im Rückstand blieben, so dass es fast zu einem Prozeß gegen den Bauherrn Pfarrgemeinde Breyell gekommen wäre. Außerdem war man hier nicht immer mit den Arbeiten der bauausführenden Firma einverstanden. Aber trotz dieser Schwierigkeiten wurde die Kirche im Herbst 1905 fertig.

Am 4. Oktober 1905 fand durch Bischof Hermann Dingelstad aus Münster die feierliche Einweihung des neuen Gotteshauses statt.


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