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Aschermittwoch/Fastenzeit

Der Aschermittwoch

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst", oder „Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium", lassen sich die Kirchgänger am Aschermittwoch sagen und dabei Staub über den Kopf streuen bzw. in Kreuzform auf die Stirn zeichnen. Dabei besiegelt der Aschermittwoch nur, was in der Karnevalszeit in der Figur des Narren dargestellt wurde - die Nichtigkeit der Welt. Die Büttenredner hatten nichts anderes versucht, als die Eitelkeit der Großen bloßzustellen. Die Masken stellten die Laster und damit den Menschen auf seinen Abwegen dar.

Der Aschermittwoch berechnet sich von Ostern her. Zählt man unter Auslassung der Sonntage 40 Tage zurück, kommt man auf diesen Tag, der dann wie Karneval mit dem jeweiligen Ostertermin wechselt.


Der Aschenritus ist sehr alt, denn in der frühen Kirche wurden diejenigen, die eine schwere Sünde begangen hatten, am Beginn der Fastenzeit mit Asche bestreut und so in den Büßerstand aufgenommen. Sie konnten nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen, bis sie am Gründonnerstag wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie bekannten sich damit öffentlich als Sünder.


Diese alte Form der Buße kam um die Jahrtausendwende zum Erliegen und wurde durch die in Irland entstandene Ohrenbeichte ersetzt. Während man diese neue Form des Bußsakramentes öfters empfangen kann, wurde die altkirchliche Form nur einmal im Leben gespendet.
Da der Aschermittwoch Fast- und zugleich Abstinenztag ist, d.h. auch der Verzehr von Fleisch verboten ist, kam es zur Herausbildung des Fischessens, das aber als Gegenmittel gegen den Alkoholkonsum und weniger als Ausdruck der Buße gesehen wird.

Die österliche Fastenzeit

40 Tage dauert die Fastenzeit. Sie beginnt deshalb am Aschermittwoch, weil die Sonntage nicht zur Fastenzeit gezählt werden, wohl aber die Kartage einschließlich des Karsamstags.

40 Tage ist eine biblische Zahl, die von Jesus, aber auch von Moses und Elias berichtet wird. Matthäus berichtet: "Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger..." (Kap. 4,1-2)
Das Weihnachtsfest kannte früher auch eine vierzigtätige Vorbereitungszeit, der auch ein Karneval voraus lag, an den das Brauchtum vom 11. im 11. noch heute erinnert. Das Alte Testament berichtet, dass Moses, als er vierzig Tage auf dem Berg Sinai war, nichts aß und trank (Exodus 34,28), dass Elias 40 Tage zum Berg Horeb wanderte, ohne etwas zu essen (1 Könige 19,8).

Bis 1969 wurde in der katholischen Kirche eine Vorfastenzeit eingehalten, in die jedoch der Karneval fiel. Sie wurde mit der letzten Liturgiereform abgeschafft. 

Gebet und Buße
Das Gebet verwirklicht sich u.a. im häufigeren Besuch der Gottesdienste, auch an Werktagen sowie im täglichen persönlichen Gebet. Der Empfang des Bußsakramentes, d.h. der Gang zur Beichte, gehört ebenfalls in die Fastenzeit.

Das Fasten
will den bewussten Verzicht z.B. auf Süßigkeiten und Alkohol. Hierzu zählt auch heute der Verzicht auf Fernsehen oder sonstige lieb gewonnene Gewohnheiten. In den letzten Jahren wurde der Wert des Fastens wieder entdeckt. In immer mehr Gemeinden wird über eine Woche oder 10 Tage ein strenges Fasten, eine "Nulldiät" unter Anleitung und regelmäßigen Treffen angeboten. Abstinenz, sich fernhalten, bezieht sich vor allem auf den Genuss von Fleisch.   

Almosen
Das Almosen-Geben ist bereits im Judentum eine religiöse Praxis. In mehreren Ländern wird zu einem besonderen Fastenopfer aufgerufen, das meist für die Entwicklungsländer gespendet wird. In Deutschland ist dieses Almosen durch den Namen "Misereor", lateinisch "Ich erbarme mich", gekennzeichnet. Misereor steht inzwischen für eine fundierte Auseinandersetzung mit der Armutsthematik und der Situation in den Ländern, die wir der Dritten Welt zuordnen. Nach dem Ende des Kommunismus spricht man heute von einem von Partnerschaft geprägten Verhältnis zu den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, vom "Eine-Welt-Gedanke".
Die Organisation, im kirchlichen Sprachgebrauch "Bischöfliches Werk Misereor" wurde bereits 1958 gegründet. Die ökologische Diskussion ist von christlichen Gruppen aufgegriffen worden und mit dem Gedanken der Fastenzeit zu dem Motiv "Neuer Lebensstil" verbunden worden. Verzicht wird hier nicht nur als Bußpraxis für einen bestimmten Abschnitt des Jahres verstanden, sondern als dauernde Haltung. Ähnlich wie in anderen Erneuerungsbewegungen der Kirchengeschichte wird ein einfaches, armes Leben als Ideal, Wohlstandsüberfluss dagegen als Gefährdung der Humanität und des Bezuges zur Transzendenz gesehen.


Auszüge aus: © www.kath.de


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