Bereiche dieser Seite

Rubriken

zurück zur Bereichsübersicht

Navigation

zurück zur Bereichsübersicht

Hauptinhalt

Das katholische Kirchenjahr

In den Pfarrbriefen März 2010 bis Februar 2011 waren unter der Rubrik "Was ist los im Kirchenjahr" in loser Folge Artikel zu den Festen und zum Verlauf des Kirchenjahres, das ja bekanntlich nicht mit dem Kalenderjahr identisch ist, veöffentlicht worden. Diese Artikelserie wurde zusammengestellt von Herrn Paul Syben, Schaag. Alle Artikel zum Kirchenjahr haben wir hier für Sie chronologisch zusammengefasst, so dass Sie nun den vollständigen Verlauf vom Beginn bis zum Ende des katholischen Kirchenjahres nachlesen können. 

Ihr Redaktionsteam


*************************************************

Allgemeines zum Kirchenjahr

Als Kirchenjahr (lateinisch annus ecclesiaticus oder annusliturgicus, deutsch auch Liturgisches Jahr , christliches Jahr oder Herrenjahr) bezeichnet man im Christentum eine jährlich wiederkehrende festgelegte Abfolge von christlichen Festen und Festzeiten, nach der sich vor allem die  Gottesdienstpraxis und die Liturgie richten.

Die Grundordnung des Kirchenjahres von 1969 enthält den heute gültigen liturgischen Kalender der römisch-katholischen Kirche. Er gliedert das Kirchenjahr in drei Hauptteile:

  • Weihnachtsfestkreis: vier Adventssonntage, den Weihnachtstag mit seiner Oktav und zwei Sonntage nach Weihnachten
  • Passions- und Osterfestkreis: Fastenzeit, die Heilige Woche, der Ostertag mit seiner Oktav und sieben Sonntage bis Pfingsten
  • Zeit im Jahreskreis vom Fest der Taufe des Herrn bis Aschermittwoch sowie vom Pfingstmontag bis zum 1. Advent.

(entnommen aus: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie)


Der Beginn des Kirchenjahres

1. Der Weihnachstfestkreis

Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Adventssonntag.

Den Adventskranz und den Adventskalender als Symbole des Advents kennt jeder. Mit jedem Licht, das wir entzünden und mit jedem Türchen, das wir öffnen, kommt Weihnachten näher. Auf diesem Weg begegnen uns Adventsgestalten.

Das ist am 4. Dezember die heilige Barbara. Sie lebte am Ende des 3. Jahrhunderts und war heimlich Christin geworden. In einer Christenverfolgung erlitt sie den Märtyrertod. Häufig wird sie mit einem Turm dargestellt, in den ihr Vater sie eingesperrt haben soll. Bekannter als sie selbst sind wohl die Barbarazweige. Schneidet man am Barbaratag (4.12.) die Zweige eines Obstbaumes ab, blühen sie bis zum Heiligen Abend.

Am 6. Dezember feiert die Kirche das Fest des heiligen Nikolaus. Was hat eine falsch verstandene Pädagogik ihm nicht alles angetan: Erziehungshilfe und Geschenkeonkel. Dabei war Nikolaus am Anfang des 4. Jahrhunderts Bischof von Myra (in der heutigen Türkei) und setzte sich vehement für die ihm anvertrauten Menschen, besonders für die Kinder ein. Er nahm am Konzil von Nicäa teil, auf dem ein wichtiges Glaubensbekenntnis verabschiedet wurde.

Am 8. Dezember feiert die Kirche ein Marienfest, das aus der Nähe zu Weihnachten oft missverstanden wird: das Fest der „Unbeleckten Empfängnis Mariens". Das Fest hat nichts mit der Frage der Jungfrauengeburt zu tun; sondern mit der Empfängnis Mariens durch ihre Mutter Anna und dass Gott Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins von der Erbsünde bewahrte.

Jetzt  wird es auch bald Weihnachten. Jedoch nicht schon am 24. Dezember. Auch wenn der Heilige Abend heute der wichtigste Weihnachtstag zu sein scheint (und die allermeisten Adventskalender auch nur 24 „Türchen" haben) feiern wir die Geburt Jesu, die Menschwerdung Gottes in einem kleinen Kind am 25. Dezember. Es wäre schön, die Geburt Jesu auch an seinem Geburtstag wieder „richtig" zu feiern.

Seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils feiert die Kirche am 1. Januar das Hochfest der Gottesmutter Maria; ein Fest, das schon in der Antike gefeiert wurde und später in Vergessenheit geriet, vorher wurde am 1. Januar das Fest der Beschneidung und Namensgebung Jesu gefeiert, von dem das Evangelium des Tages heute noch erzählt. Seit 1968 feiert die Kirche am 1. Januar auch den Weltfriedenstag, bewusst am Beginn des zivilen Jahres. Der Papst veröffentlicht zum Weltfriedenstag jedes Jahr eine Weltfriedensbotschaft.

Im Mittelalter begann das Jahr zeitweise am 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias). Es ist das älteste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt wurde; gefeiert wurde es seit dem 4. Jahrhundert - zunächst als Fest der Geburt des Herrn und der Taufe Jesu. Später verlagerte sich der Inhalt zum Besuch der Weisen aus dem Morgenland. Auch wenn das Fest mit dem Gedenken an die Heiligen Drei Könige gefüllt wurde, bleibt es das Fest der Menschwerdung Gottes, des Kindes in der Krippe, das in dieser Welt erschienen ist - Epiphanias bedeutet „Erscheinung".

Schon seit dem 16. Jahrhundert ist der Brauch der Sternsinger bekannt; bis ins 20. Jahrhundert gingen Kinder armer Familien von Haus zu Haus und sammelten für sich; seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sammeln Kinder für Entwicklungshilfeprojekte und bringen den Segen: C+M+B - Christus mansionem benedicat: Gott segne dieses Haus.

Am Sonntag nach Epiphanias feiert die Kirche das Fest der Taufe des Herrn durch Johannes den Täufer, von der alle vier Evangelien berichten. Mit seiner Taufe beginnt das öffentliche Wirken Jesu.

Am 25. Januar feiert die Kirche eine weitere „Berufungsgeschichte": die Bekehrung des Apostels Paulus, von der die Apostelgeschichte erzählt (Apostelgeschichte 9,1-22). Auf dem Weg nach Damaskus, wo Saulus Christen verhaften will, begegnet ihm Gott mit der Frage: „Saul, warum verfolgst du mich?" Saulus bekehrt sich zum christlichen Glauben und wird zum Völkerapostel Paulus.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Wir lassen uns mit der Asche bezeichnen (entstanden durch das Verbrennen der Palmzweige des letzten Palmsonntags) als Zeichen unserer Sterblichkeit und unserer Bereitschaft zur Umkehr.

Vor dem Aschermittwoch liegen die sechs „tollen Tage" des Karnevals. Warum eigentlich sechs Tage? Der Karneval (= carne, vale = Fleisch, ade) war die letzte Gelegenheit vor der fleischlosen Fastenzeit noch einmal Fleisch zu essen. Dieses musste frisch geschlachtet werden, und dafür waren der Montag und Dienstag vor dem Aschermittwoch zeitlich zu knapp. Am Freitag, Samstag und Sonntag durfte nicht geschlachtet werden und deshalb wurde der Donnerstag (der „Fettdonnerstag") zum letzten Schlachttag vor der Fastenzeit. Schade, dass vielen Menschen die enge Verbindung zwischen Karneval und Fastenzeit kaum noch bewusst ist, der Karneval genutzt wird, „um über die Stränge zu schlagen" ohne sich auf die Fastenzeit mit ihrer ganz eigenen Wichtigkeit und Bedeutung einzulassen.

In den März fällt auch schon ein wenig weihnachtlicher Glanz. Das liegt einmal am Fest des heiligen Josef am 19. März, der uns ansonsten nur in der Weihnachtszeit begegnet. Das Fest lädt aber ein, Josef in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen. Mit ihm wird unser Glaube geerdet. Josef, der Arbeiter, der Schreiner. Er ist den Menschen nahe. Deshalb - so glaube ich - war „Josef" zu früheren Zeiten auch ein so beliebter Vorname und deshalb sind so viele katholische Kirchen ihm geweiht. Seit 1870 ist der heilige Josef Patron der ganzen katholischen Kirche.

Und am 25. März feiert die Kirche das „Fest der Verkündigung des Herrn". Maria empfängt - neun Monate vor Weihnachten - im Heiligen Geist Jesus. Dieses Fest wird in Rom seit dem 7. Jahrhundert gefeiert, in früheren Zeiten begann am 25. März ein neues bürgerliches Arbeitsjahr.

2. Der Osterfestkreis

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, die Karwoche. Kara, das hieß im Althochdeutschen Klage, Trauer - und davon ist diese Woche geprägt. Sie beginnt mit der Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem die Menschen ihm noch zujubelten.

Am Gründonnerstag denken wir an Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern, bei dem er die Worte sagte, die wir in unseren Eucharistiefeiern wiederholen. Grün-Donnerstag, das hat nichts mit der Farbe zu tun, sondern kommt von greinen, weinen. Gemeint waren die Büßer, die zu Beginn der Fastenzeit aus der Kirche vertrieben wurden und nicht an der Eucharistiefeier, sondern nur am Wortgottesdienst teilnehmen durften. Am Gründonnerstag wurden sie wieder aufgenommen. Heute ist er geprägt von der Feier des letzten Abendmahls Jesu, der Einsetzung der Eucharistie. In vielen Kirchen erinnert man sich an diesem Abend auch daran, dass Jesus an diesem letzten Abend seinen Jüngern wie ein Sklave die Füße wusch.

Der Karfreitag, die Erinnerung an den Kreuzestod Jesu, wurde lange Zeit in der Kirche nicht mit Gottesdiensten begangen. Es wurde gefastet. In der Jerusalemer Gemeinde bildete sich ab dem vierten Jahrhundert dann die Tradition heraus, in einer Prozession an Jesu Kreuzweg und seinen Tod zu erinnern. Daran schloss sich allmählich ein Gottesdienst an.

Dann ist es endlich so weit: wir dürfen Ostern feiern, den Mittelpunkt, das wichtigste christliche Fest. Das Wichtigste? Ist das nicht Weihnachten? Bei uns hier ist das so: Weihnachten stellt alles in den Schatten - und Ostern läuft hinterher. Doch die Reihenfolge ist falsch: ohne Ostern, ohne Jesu Auferstehung hätten wir überhaupt keinen Grund, Weihnachten zu feiern. Ostern ist das älteste Fest, vermutlich das erste, das die Christen im Ablauf eines Jahres überhaupt gefeiert haben. Zuerst war jeder Sonntag Ostern, an jedem Sonntag wurde die Auferweckung Jesu gefeiert - und dann entstand die jährliche Osterfeier. Seit dem Konzil von Nicäa 325 einigten sich dann die meisten Kirchen auf einen Termin: Immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang: das war das Datum für das Osterfest. Ostern war lange Zeit der einzige Tauftermin im Jahr. Hier begann das neue Leben.

Die zu Ostern Getauften trugen eine ganze Woche lang ihre weißen Taufgewänder, die sie erst am ersten Sonntag danach wieder ablegten - deshalb also der Weiße Sonntag, an dem viele Gemeinden die Erstkommunion der Kinder feiern. Der vierte Sonntag der Osterzeit ist der Sonntag des Guten Hirten, an dem die Kirche auch den Weltgebetstag für die geistlichen Berufe begeht.

(nach Monika Elsner - BuH)

Ostern dauert 50 Tage, reicht bis Pfingsten - so wie im Judentum zwischen Passahfest und dem Wochenfest 50 Tage lagen. Der fünfte und sechste Sonntag der Osterzeit bereiten mit Teilen aus der Abschiedsrede Jesu aus dem Johannesevangelium auf den Abschied vor, den wir am Donnerstag danach feiern: Christi Himmelfahrt - Abschied, aber auch ein neuer Anfang: Jetzt tragen die Jünger und Jüngerinnen die Botschaft von der Auferstehung weiter. Dass sie dabei nicht allein bleiben, das hatte Jesus ihnen versprochen. Am siebten Sonntag der Osterzeit geht es um die Bitte Jesu für die Jüngerinnen und Jünger.  

Und dann ist Pfingsten - der Lebensatem Gottes, der Sturm fegt die Angst der Jünger und Jüngerinnen, ihre Unentschlossenheit, ihre Trauer und Einsamkeit entschlossen weg. Sie singen, loben Gott, erzählen - und taufen - die Geschichte der Kirche beginnt. Deshalb ist Pfingsten so etwas wie der Geburtstag der Kirche. Regelmäßig und fast überall gefeiert wurde es ab dem Ende des 4. Jahrhunderts, fast so alt wie Weihnachten, aber sehr viel weniger bekannt. Dabei haben wir ihn oft so nötig - den langen Atem Gottes, wenn wir nach Ostern immer wieder neu den Weg zum neuen Leben suchen.

3. Die Zeit im Jahreskreis

Pfingsten ist vorbei - hoffentlich nicht vorbei ist die Begeisterung, die Gottes Geist schenkt. Bei den Jüngern und Jüngerinnen Jesu jedenfalls reichte diese Gabe des Heiligen Geistes weit. Und doch war etwas anders als vorher, als Jesus bei ihnen da war. Sie mussten und wollten nun weitertragen, was sie von ihm gehört und mit ihm erlebt hatten. Die Geschichte der Kirche begann. Auch im Kirchenjahr wird jetzt etwas anders als vorher.

Das nächste Fest, eine Woche nach Pfingsten, ist das erste, das uns nicht erinnert an ein Ereignis aus dem Leben Jesu. Keine Geschichte sondern ein Thema steht jetzt im Mittelpunkt: Wie begegnet Gott uns, welche Wege nimmt Gott zu uns? Der christliche Glaube hat dafür drei Antworten: Gott begegnet uns als der Schöpfer, von dem wir alles Leben haben, Jesus nannte ihn Vater. Gott begegnet uns in Jesus, seinem Sohn, in allem, was er tat und sagte, in seinem Tod und seiner Auferstehung. Und wir erfahren ihn als den Heiligen Geist, die Kraft, den Atem Gottes: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist - das ist die Dreifaltigkeit. Ein Gott, der verschiedene Wege nimmt uns entgegenzukommen - deshalb ist der Dreifaltigkeitssonntag besonders ein Tag des Lobes. Gott zu loben, ihn anzubeten, Gott zu danken - darum geht es.

( nach Monika Elsner )

Nach dem Dreifaltigkeitssonntag wird es im Kirchenjahr ruhiger. Das ist auch daran zu erkennen, dass es bis Weihnachten keinen bundesweiten kirchlichen Feiertag mehr gibt. Das heißt aber nicht, dass es nichts zu feiern gäbe.

An den ersten beiden Feiertagen im Juni wird ein Blick zurück geworfen. Das Fronleichnamsfest - am Donnerstag nach Dreifaltigkeit, 60 Tage nach Ostern oder auf den Tag genau zwei Monate nach dem Karsamstag - feiert die leibliche Gegenwart Christi in der Eucharistie. Es wird immer an einem Donnerstag gefeiert, um an den Gründonnerstag zu erinnern. In der Stille der Karwoche, am Abend vor dem Leiden und Sterben Christi, kann die Eucharistie nicht prunkvoll gefeiert werden, dies wird jetzt an Fronleichnam nachgeholt.

Der Name des Festes leitet sich vom mittelhochdeutschen „vrone lichnam" (= Herren Leib) ab, im Englischen wird der Mittelpunkt des Festes deutlicher, es heißt „Corpus Christi". An Fronleichnam - gesetzlicher Feiertag in Bayern, Baden-Württemberg, NRW, dem Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz und Teilen Sachsens und Thüringens sowie in Österreich und Liechtenstein - gehen Christen mit ihrem Herrn im Altarsakrament „auf die Straße" - die Prozession symbolisiert das wandernde Gottesvolk, in deren Mitte Christus ist. Das Fronleichnamsfest und die dazugehörige Prozession gehören seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum festen Bestandteil des Kirchenjahres.

Das Herz-Jesu-Fest - am Freitag in der Woche nach Fronleichnam, jeder erste Freitag im Monat ist Herz-Jesu-Freitag - erinnert an das durchbohrte Herz Jesu bei seinem Kreuzestod. Im Johannesevangelium heißt es: „Als sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus." (Johannes 19, 33) Das Wasser symbolisiert die Taufe, das Blut die Eucharistie - beide Sakramente beschreiben das Wesen der Kirche.

Der 24. Juni wirft mit der Geburt Johannes des Täufers den Blick nach vorn - auf Weihnachten. Sechs Monate vor Jesus wird Johannes geboren, der Wegbereiter des Herrn, eine der großen adventlichen Gestalten der Kirche. Ab der Geburt des Täufers werden die Tage wieder kürzer bis mit Jesus das Licht der Welt geboren wird. Am Ende des Monats feiert die Kirche die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Der 29. Juni als Feiertag erinnert an den Märtyrertod der beiden; das Fest ist seit 354 überliefert.

Michael Tillmann

Die Sommermonate sind eine weitgehend festlose Zeit und bieten somit die Möglichkeit den biblischen Reichtum in den alt- und neutestamentlichen Lesungen sowie den Evangelien der Sonntagsgottesdienste neu wahrzunehmen und über den Gottesdienst hinaus zu vertiefen. Und zugleich den „kleineren" Festen wieder einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Da ist gleich am 2. Juli das Fest der Heimsuchung Mariens. Es hat seinen biblischen Grund in dem Besuch der schwangeren Maria bei der schwangeren Elisabeth. Dabei stimmt Maria eins der schönsten Lieder des Neuen Testaments an, das Magnifikat, ihr Loblied auf Gott und sein Wirken in ihrem Leben und in der Welt. Das Fest, das ursprünglich aus dem Orient stammte, wurde von dem heiligen Bonaventura 1263 für den Franziskanerorden am 2. Juli (dem Oktavtag der Geburt Johannes des Täufers) eingeführt und 1568 für die ganze katholische Kirche übernommen. Seit 1969 wird es im römischen Kalender am 31. Mai gefeiert, im deutschen Sprachraum blieb es beim 2. Juli.

Am 26. Juli feiern wir das Fest der Heiligen Anna und des Heiligen Joachim, der Eltern der Gottesmutter Maria und der Großeltern von Jesus.

Die Heilige Anna ist die Patronin der Schaager Pfarrgemeinde.

Am 6. August feiern wir  das Fest der Verklärung des Herrn, es erinnert an die Verwandlung Jesu auf einem hohen Berg, wie es das Matthäusevangelium schildert (Matthäus 17,1-13). In der katholischen Kirche wird das aus dem 4. Jahrhundert stammende Fest erstmals um 850 erwähnt; Papst Callistus III. ordnete es 1456 für die ganze Kirche als Fest an zur Erinnerung an den an diesem Tag errungenen Sieg über die Türken bei Belgrad. Noch heute feiert der Papst an diesem Tag die Eucharistie zum ersten Mal mit neuem Wein und segnet die Trauben.

Das größte Fest der Sommermonate ist am 15. August das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Auch wenn Papst Pius XII. erst 1950 das Dogma von der „ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel" verkündete, ist der Glaubensgegenstand viel älter und das Fest schon im 6. Jahrhundert bezeugt. An „Mariä Himmelfahrt", der in Teilen des Saarlandes und Bayerns, in Österreich und Liechtenstein sowie in anderen katholischen Ländern arbeitsfreier Feiertag ist, werden in vielen Gemeinden sieben Kräuter (analog zu den sieben Sakramenten bzw. den sieben Schmerzen Mariens) geweiht. In diesem Jahr ist der Festtag ein Sonntag.

Die allermeisten Christen kennen den Mai und den Oktober als Marienmonat. Aber auch im September ehren wir die Gottesmutter, wenn es auch nicht den reichen Traditionsschatz gibt wie Mai- und Rosenkranzandachten oder die Kräuterweihe zum Fest der Aufnahme Marias in den Himmel im August. Am 8. September feiert die Kirche die Geburt Marias - neun Monate nach dem Fest ihrer unbefleckten Empfängnis. Die Kirche kennt das Fest zur Geburt der Gottesmutter schon seit dem 7. Jahrhundert.

Das zweite Marienfest am 12. September ist rund 1.000 Jahre jünger. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Fest Mariä Namen für die ganze Kirche eingeführt. Der Grund für die Einführung wirkt heute befremdlich: 1683 konnte ein zahlenmäßig deutlich unterlegenes Heer die türkische Belagerung Wiens beenden und trug dabei ein Banner der Gottesmutter voran. 1970 wurde das Fest aus dem römischen Generalkalender gestrichen, jedoch 2001 wieder aufgenommen, da es gerade im deutschen Sprachraum zu stark im Volksglauben verankert ist. Heute erinnert uns das Fest an die „immerwährende Hilfe", um die wir die Gottesmutter bitten können.

Am 15. September folgt das Fest Mariä Schmerzen (7 Schmerzen Mariens), das seit 1423 bekannt ist, aber erst Anfang des 19. Jahrhunderts für die ganze Kirche verfügt wurde. Das Fest erinnert uns an die Leiden und Schmerzen (symbolisiert durch sieben Schwerter), die Maria als Mutter Jesu auf sich genommen hat.

Einen Tag vor dem letzten Marienfest, am 14. September, feiert die Kirche das Fest der Kreuzerhöhung. Es geht auf den Bau der Grabeskirche durch Kaiser Konstantin 335 zurück, bei deren Einweihung ein Kreuz verehrt wurde, das Konstantins Mutter als Kreuz Christi gefunden haben soll. In der heutigen Zeit, in der das Kreuz als öffentliches Zeichen immer stärker kritisiert wird, erinnert uns das Fest an die zentrale Bedeutung des Kreuzes für den christlichen Glauben.

Am Ende des Monats, am 29. September, ist Michaelis, der Tag des Erzengels Michael; seit 1969 wird an diesem Tag auch der Erzengel Raffael und Gabriel gedacht. Engel führen inzwischen ein Eigenleben; für Christen sind sie dagegen nur in der Verbindung zu Gott zu denken.

Einen Tag, nachdem die Nation am 3. Oktober den „Tag der deutschen Einheit" gefeiert hat, gedenkt die katholische Kirche (und auch die anderen christlichen Konfessionen) eines ihrer „Lieblingsheiligen": Franziskus von Assisi (gest. am 3. Oktober 1226). Die Kirche verehrt den heiligen Franz nicht nur, weil er den Vögeln predigte und den Wolf von Gubbio zähmte und die darin sichtbare Liebe zu „Gottes Schöpfung" in seinem Sonnengesang zum Lied werden ließ, sondern sie gedenkt mindestens ebenso seiner großen Liebe zu den Armen. Seine Liebe zur Schöpfung und seine Liebe zu den Armen hat uns viel zu sagen in den aktuellen ökologischen und sozialen Diskussionen. Vielleicht hat es keinen anderen Menschen gegeben, der wie der heilige Franz die Nachfolge Jesu gelebt hat.

  Am ersten Sonntag im Oktober feiern wir Erntedank. Auch bei  
  diesem Fest steht die Schöpfung im Mittelpunkt, wie wir in vielen
  Gemeinden an den reich geschmückten Erntedankaltären
  erkennen können. Wir danken Gott für die guten Gaben der
  Natur. Doch Danken bedeutet auch Teilen. Und so denken wir an
  Erntedank auch an alle Armen, die zu wenig haben, um ein
  Leben in Würde führen zu können und geben etwas von unserer
  Fülle ab.

  Am 7. Oktober feiert die Kirche den Gedenktag „Unserer Lieben 
  Frau vom Rosenkranz".
Doch eigentlich ist der ganze Oktober  
  Rosenkranzmonat - und wir sind eingeladen diese einfache und so reiche Gebetstradition mitzuleben. Den Segen des Rosenkranzes erfahre ich nur im Mitbeten; was anfangs vielleicht als monotone Wiederholung erscheint und schwerfällt, wandelt sich zum Geborgenheit schenkenden Sichversenken in die Geheimnisse der Geburt Jesu („Freudenreicher Rosenkranz"), seines Lebens („Lichtreicher Rosenkranz"), seines Leidens und Sterbens („Schmerzhafter Rosenkranz") sowie seiner Aufstehung und („Glorreicher Rosenkranz").

Am letzten Tag im Oktober feiern die evangelischen Mitchristen das Reformationsfest. Es ist eine schöne ökumenische Geste, ihnen an diesem Tag einen Segensgruß zukommen zu lassen; verbunden mit der Hoffnung, auf dem Weg zur Einheit gemeinsam voranzuschreiten.

Am 1. und 2. November feiert die Kirche die Feste Allerheiligen und Allerseelen.
Dabei ist in den letzten Jahrzehnten zu beobachten, dass das Allerheiligenfest immer mehr die Inhalte des Allerseelentages übernommen hat, da der freie Tag sich besser für einen gemeinschaftlichen Friedhofsbesuch mit Gräbersegnung eignet als das in der Regel nicht arbeitsfreie Allerseelenfest.

Der ursprüngliche Inhalt von Allerheiligen als „kleines Osterfest", das an die Auferstehung Christi erinnert und das Fest aller „in Christus Vollendeten" ist, geriet dagegen in Vergessenheit und sollte wieder in den Vordergrund gerückt werden. Das Totengedenken mit dem Gebet für die verstorbenen Angehörigen sollte dagegen wieder am Allerseelentag seinen Platz finden. In diesem Jahr gedenkt die Kirche am 1. November auch dem 60. Jahrestag der Verkündigung des Dogmas von der „Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel" durch Papst Pius XII. im Jahre 1950.

Am 9. November feiert die Kirche den Weihetag der römischen Lateranbasilika, die als „Mutter und Haupt aller Kirchen" gilt. Sie wurde am 9. November 324 durch Papst Silvester I. geweiht. Der Lateran war bis 1377, als er vom Vatikan abgelöst wurde, der Sitz des Papstes. Heute übt der Papst in der Lateranbasilika seine Funktion als Bischof von Rom aus.

Am 11. November ist einiges auf den Straßen los. Am Vormittag feiern in den Karnevalshochburgen die Narren den Beginn des Karnevals; diese Tradition geht darauf zurück, dass früher nach Sankt Martin die weihnachtliche Fastenzeit begann. Am Abend ziehen die Kinder zum Gedenken an den heiligen Martin mit ihren Laternen durch die Straßen und erinnern mit ihren Lichtern an das Licht, das der heilige Martin durch seine Nächstenliebe und Christusnachfolge in die Welt brachte.

Ende des Kirchenjahres

Das Kirchenjahr endet mit dem letzten Sonntag (auch als Totensonntag bezeichnet) vor dem 1. Advent.

Dieser Sonntag ist der Christkönigssonntag, den Papst Pius XI. 1925 einführte. Das Fest erinnerte in Zeiten der aufkommenden totalitären Regime (Faschismus, Kommunismus) an die wahre Königsherrschaft Christi. Heute steht an diesem Sonntag stärker das Leiden Jesu im Mittelpunkt: Jesu Königsherrschaft ist die Herrschaft unter der Dornenkrone. Mit diesem Sonntag endet das Kirchenjahr, bevor mit dem 1. Advent wieder ein neues Kirchenjahr beginnt.


*************************************************

Weitere Informationen zum Kirchenjahr finden Sie im Web u.a. auch unter folgenden Links:


*************************************************

zurück zur Bereichsübersicht

Sekundärinhalt

Schützenfest in Schaag vom 27.07.-01.08.2018

Schaag Königshaus 2018 Kopie

Die St. Anna und Hubertus Bruderschaft Schaag mit ihrem Königshaus lädt herzlich ein

mehr dazu und zum Programm
Neuer Schützenkönig in Leutherheide mehr dazu...
Die Kriminalpolizei Informiert

Schutz vor Diebstahl, Trickbetrug, Verhalten an der Haustür

Polizist

Info-Veranstaltung für Senioren am Mittwoch, 18.07.2018, 14.30 Uhr in der Begegnungsstätte Breyell

mehr dazu...
Die Gewinn-Nummern unserer Pfarrfest-Verlosung

Gewinne können bis zum 31.07. im Pfarrbüro abgeholt werden

mehr dazu...
Unser aktueller Pfarrbrief

Titelbild Pfarrbrief 7/2018

vom 08.07.-04.08.2018

mehr dazu...
Hilfe für Elk

Sammelstelle jeden Mittwoch geöffnet

mehr dazu...
Wir feiern 900 Jahre Breyell mehr dazu...
Letztes Update:

10.07.2018

zurück zur Bereichsübersicht